Fahrt des Partnerschaftsvereins nach Siegen-Wittgenstein im Februar 2005
Und wieder einmal war es an der Zeit Spandaus Partnerstadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein einen Besuch abzustatten. Waren doch die Siegerländer im vergangenen Jahr in der Adventszeit bei uns zu Gast in Spandau. Nun fand unser Gegenbesuch vom 04. -08. Februar statt.
Unsere Reisegruppe wurde vom Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Wolfgang Behrendt und Altbürgermeister Werner Salomon angeführt. Auch die Havelländer, darunter der Landrat Dr. Burkhard Schröder und der Vorsitzende des dortigen Partnerschaftsvereins Holger Schiebold nahmen an diesem Partnerschaftsbesuch teil.
Herzlich begrüßt wurden wir bei der Ankunft von Landrat Paul Breuer und von Annette Pritz vom Siegener Partnerschaftsverein. Sie hat unsere Gruppe zusammen mit Sigurd Hofacker auf all unseren Exkursionen begleitet. „Impressionen aus Spandau“ hieß die Fotoausstellung mit Motiven des Spandauer Fotografen Horst Stiller, die der Siegener Landrat Paul Breuer gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz eröffnete. An der Ausstellungseröffnung im Kreishaus nahmen eine offiziellen Delegation aus dem Bezirksamt Spandau, Mitarbeiter der Siegener Verwaltung und Mitglieder des Siegener und des Spandauer Partnerschaftsvereins teil. Der Männerchor des Kreishauses Siegen erfreute mit seinen musikalischen Darbietungen.
Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit einem durchweg sehr gut organisierten Programm des Partnerschaftsvereins Siegen. Es führte uns in die alte Fachwerkstadt Freudenberg, zum Technikmuseum und zur Besichtigung des Reinhold-Forster-Erbstollns in Eiserfeld. Die Arbeitsbedingungen unter denen die Bergleute vor ca. 150 bis 200 Jahren arbeiteten, waren unvorstellbar und ließen viele der Teilnehmer nachdenklich werden. In den Kriegsjahren 1944/45, bis zur Befreiung durch die Amerikaner, diente der Stollen der Eiserfelder Bevölkerung als Schutz vor Luftangriffen.
Die offiziellen Delegationen, zu denen u.a. Konrad Birkholz, Werner Salomon , Wolfgang Behrendt, Christian Haß und Gerhard Hanke gehörten, nahmen an einem Workshop zum Thema „Neue Wege und Inhalte der Partnerschaft“ teil. Die Siegener und die Spandauer Delegation verständigten sich darauf, die sportlichen, kulturellen und touristischen Aktivitäten auszuweiten und den Kinder- und Jugendaustausch zu verstärken, damit die Partnerschaft zukunftsfähig bleibt. Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist geplant, je drei Teams aus Siegen-Wittgenstein und Spandau gegeneinander antreten zu lassen. Ein weiteres Ziel der Zusammenarbeit liegt im Kulturbereich. Angedacht wurde ein Künstleraustausch, eine Ausstellung von „Rubensstichen“ auf der Zitadelle sowie das „Kleine Philharmonische Ensemble“ aus Siegen einzuladen. Überlegenswert ist auch den „Kinderurlaub“ zwischen Siegen und Spandau wieder aufleben zu lassen.
Christian Haß und der AWO-Vorsitzende Siegen Peter Eberlein trafen sich zu einem Gespräch, um die Zusammenarbeit zwischen der Siegener und Spandauer AWO zu vertiefen.
Der Abstecher zum Kölner Karneval zusammen mit den Siegenern war wohl für viele der Höhepunkt dieser Reise. Die Siegener Freunde haben diesmal Werner Salomon zum Pharao ernannt und ihn in ein grün-goldenes Gewand gesteckt, ihm zur Seite Wolfgang Behrendt als Scheich! Schon auf der Hinfahrt wurden im Bus Karnevalslieder gespielt, und wer sie noch nicht kannte, hat sie spätestens bei der Ankunft in Köln mitgesungen. Sich Anstecken zu lassen von der Lebenslust der Kölner, am Straßenrand bei den Umzügen, fiel den meisten Spandauern nicht schwer!
Nach vier ereignisreichen Tagen ging diese Reise, die so vielschichtig war, geprägt durch Kultur, Geselligkeit und vielen anregenden Gesprächen, ihrem Ende entgegen. Zum Abschiedsabend wurde in die Erzquell-Brauerei geladen und viele Siegener Freunde waren dabei. Bei all diesen Zusammenkünften ist auch der zwischenmenschliche Kontakt bei den Siegenern und den Spandauern nie zu kurz gekommen. Lebt doch letztendlich eine Städtepartnerschaft von eben den Menschen, die sich auf ein Wiedersehen mit ihren alten Freunden freuen und aufgeschlossen für neue Begegnungen sind. Beim Abschiednehmen morgens am Bus hieß es dann auch „wir sehen uns beim 10jährigen Jubiläum im Juni in Spandau“.
Brünetta Tesch